
Analysten von J.P. Morgan Asset Management erwarten eine durchschnittliche jährliche Rendite von Bitcoin von 10 % über die nächsten 10-15 Jahre. Dies ist höher als die Prognosen für US-Aktien, Anleihen und Gold, laut dem jährlichen Bericht zu den langfristigen Kapitalmarkterwartungen für 2027. Zum ersten Mal in der 31-jährigen Geschichte der Studie hat die Vermögensverwaltungsabteilung von JPMorgan die erste Kryptowährung in ihre langfristigen Renditeprognosen aufgenommen. Die Spezialisten berechneten drei Szenarien: Das Basisszenario geht von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 10 % aus, das pessimistische Szenario von einem Rückgang von 9,7 % jährlich und das optimistische Szenario von einem Wachstum von 17 %. Im Basisszenario übertrifft die Prognose die Erwartungen der meisten traditionellen Instrumente. Für US-Aktien mit hoher Marktkapitalisierung prognostiziert JPMorgan 7,5 %, für Aktien mit geringer Marktkapitalisierung 7,7 %, für Real Estate Investment Trusts 8,2 %, für US-Anleihen 5,6-6,6 % und für Gold 5,5 %. Die Schätzungen gehen von einer Reinvestition der Gewinne und der Berücksichtigung von Zinseszinsen aus.
Trotz des optimistischen Basisszenarios bleibt JPMorgan vorsichtig. Analysten erwarten, dass die jährliche Volatilität von Bitcoin bei etwa 55 % liegen wird, verglichen mit 18 % für US-Aktien mit hoher Marktkapitalisierung und 17,2 % für Gold. Laut den Spezialisten behindern starke Preisschwankungen und eine instabile Korrelation mit anderen Vermögenswerten die breite Aufnahme von Bitcoin in Anlageportfolios, sodass die Bank die Kryptowährung noch nicht in ihre Hauptkovarianzmatrizen aufgenommen hat. Portfoliomanagerin Sheena Shah und Leiter der Digital Asset Strategy Dennis Kristallo stellten fest, dass sie Bitcoin nicht als Diversifikationsinstrument betrachten. Sie sehen es in erster Linie als spekulativen Vermögenswert und als Absicherung gegen eine Lockerung der Geldpolitik. Ihrer Einschätzung nach verhält sich die erste Kryptowährung wie ein Hochrisikoinstrument, das dem Wachstum der globalen Geldmenge folgt, obwohl Marktteilnehmer es periodisch als digitales Gold wahrnehmen. Zusätzliche Komplexitäten ergeben sich aus dem Fehlen von Cashflows, die für Aktien oder Anleihen typisch sind. Die Analysten betonten, dass die Bitcoin-Ökonomie ebenso von Akzeptanz, Regulierung und Liquidität abhängt wie von Technologie. Ihrer Meinung nach hat der Vermögenswert keine strategische Rolle in Portfolios, außer auf die Ausweitung der Fiat-Geldmenge oder den zukünftigen Handel von Vermögenswerten auf Blockchains zu setzen.
Im neuen Bericht hat JPMorgan auch die langfristigen Erwartungen für US-Aktien mit hoher Marktkapitalisierung um 0,8 Prozentpunkte auf 7,5 % angehoben. Die Revision wurde durch Margen der Unternehmen über 15 % und Produktivitätswachstum im Zuge der Verbreitung von künstlicher Intelligenz erklärt. Die Prognose für die Rendite eines globalen Portfolios von 60 % Aktien und 40 % Anleihen wurde auf 7 % jährlich von 6,4 % in der vorherigen Ausgabe angehoben. Gleichzeitig erwartet die Bank eine erhöhte Unsicherheit aufgrund von Inflationsvolatilität, protektionistischen Staatspolitiken und der Umverteilung von Kapitalflüssen. Erinnern wir uns daran, dass JPMorgan-Analysten im September vorschlugen, dass ein Rückgang der Nachfrage nach Absicherung in Bitcoin-ETFs dem Vermögenswert stärkeren Halt als Gold bieten könnte. Der schwächere Zufluss in Bitcoin- und Goldfonds wurde von der Bank mit dem Anstieg der realen Anleiherenditen und dem Scheitern des CLARITY Act in Verbindung gebracht.
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